Lipödem Ausklärungsmonat Juni
Ratgeber
03.06.2026
Lipödem: Symptome erkennen, Ursachen verstehen und Behandlungsmöglichkeiten kennenlernen
Schwere Beine, Druckschmerz, blaue Flecken und das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden: So erleben viele Frauen ihr Lipödem.
Der Juni ist Lipödem-Awareness-Monat – ein guter Anlass, um hinzusehen, aufzuklären und Betroffene endlich ernst zu nehmen. Denn das Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Erkrankung, die klinisch diagnostiziert wird und mehr braucht als gut gemeinte Ratschläge.
Wer mit einem Lipödem lebt, braucht nicht nur die richtige Therapie, sondern auch Menschen, die zuhören, verstehen und unterstützen. Genau deshalb setzen wir uns beim Sanitätshaus Kessels seit Jahren für Betroffene ein. Unser erfahrenes Team begleitet viele Frauen auf ihrem Weg zur passenden Kompressionsversorgung und kennt die Fragen, Sorgen und Herausforderungen, die die Erkrankung mit sich bringen kann.
Mit Informationsveranstaltungen, persönlicher Beratung und unserem Engagement für mehr Aufklärung möchten wir dazu beitragen, dass sich Betroffene gut aufgehoben fühlen. Wir glauben: Wissen schafft Verständnis, Verständnis schafft Akzeptanz – und niemand sollte mit seinen Beschwerden allein bleiben.
10 häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Lipödem
1. Was ist ein Lipödem?
Ein Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung. Typisch ist, dass Beine und seltener Arme symmetrisch dicker werden, während Hände und Füße frei bleiben. Zu den Leitsymptomen gehören Druckschmerz, Berührungsschmerz, Spontanschmerz und Schweregefühl.
2. Was ist der Unterschied zu Adipositas?
Ein Lipödem ist nicht einfach Übergewicht. Die Fettverteilung ist disproportional und betrifft vor allem die Extremitäten. Adipositas betrifft den Körper dagegen meist insgesamt. Für die Diagnose des Lipödems ist der BMI nicht entscheidend; wichtig sind Beschwerden, Anamnese und körperliche Untersuchung.
3. Was ist der Unterschied zu einem Lymphödem?
Ein Lymphödem entsteht durch eine Störung des Lymphabflusses. Dabei sammelt sich Lymphflüssigkeit im Gewebe und es entsteht eine Schwellung, die sich häufig an Armen und Beinen bildet und meistens schmerzlos bleibt. Es ist also eine andere Erkrankung als das Lipödem und im Gegensazu dazu kann ein Lymphödem entweder an einem oder an mehreren Gliedmaßen auftreten. Die Abgrenzung gelingt oft über Anamnese und Untersuchung; in unklaren Fällen können weitere apparative Verfahren helfen. Da ein Lymphödem häufig nach Verletzungen oder Krankheiten auftritt, bei denen das lymphatische System geschädigt wird (sekundäres Lymphödem), selten auch eine angeborene Krankheit ist (primäres Lymphödem), kann es sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten.
4. Wie entsteht ein Lipödem?
Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Lipödems sind noch nicht vollständig erforscht. Es tritt (fast) ausschließlich bei Frauen auf, die die ersten Beschwerden in Phasen hormoneller Veränderung. Die erbliche Veranlagung könnte ebenfalls eine Rolle spielen, da viele Betroffene ebenfalls weibliche Familienangehörige mit einem Lipödem haben.
5. Woran erkenne ich, dass ich ein Lipödem habe?
Typisch sind symmetrisch dickere Beine oder seltener Arme, Druck- und Berührungsschmerz, ein Schweregefühl und oft eine Zunahme der Beschwerden im Tagesverlauf. Hämatome werden häufig berichtet, zählen aber nicht zu den entscheidenden Diagnosekriterien.
6. Wie wird ein Lipödem diagnostiziert?
Die Diagnose wird klinisch gestellt. Es gibt keinen Blutwert und keinen Test, der ein Lipödem sicher beweist. Entscheidend sind das Gespräch, die körperliche Untersuchung und die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen.
Ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit ist entscheidend, um das Lipödem effektiv zu behandeln und ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern! Deswegen ist die Erleichterung oft groß, wenn betroffene Frauen endlich einen Grund für Schmerzen und die weiteren Beschwerden kennen.
7. Wird zwischen verschiedenen Stadien oder Arten unterschieden?
Es können verschiedene Bereiche (nur Unterschenkel, nur Oberschenkel oder die gesamten Beine) betroffen sein. Doch unabhängig davon erfordert ein Lipödem immer eine ganzheitliche Behandlung!
Und ja, das Lipödem wird in Stadien eingeteilt. Diese Einteilung sagt aber nicht zuverlässig aus, wie stark die Beschwerden sind. Auch im frühen Stadium kann ein Lipödem sehr schmerzhaft sein. Für die Indikation zur Liposuktion soll sich die Bewertung nicht mehr nur an der klassischen Stadieneinteilung orientieren
8. Wie kann ein Lipödem behandelt werden?
Das Lipödem ist eine chronische Krankheit und somit nicht heilbar – aber behandelbar. Zur Basis gehören Kompression, Bewegung in Kompression, Hautpflege, Gewichtsmanagement bei zusätzlicher Adipositas und je nach Beschwerdebild auch manuelle Lymphdrainage. Liposuktion kann Beschwerden langfristig lindern, ersetzt aber keine gute Nachsorge.
9. Wie kann Kompression bei einem Lipödem helfen?
Die Kompressionstherapie hilft insbesondere gegen den Schmerz, der durch das entzündete Fettgewebe verursacht wird. Der gleichmäßige Druck fördert die Blutzirkulation und unterstützt das Gewebe. Die Erkrankung ist sehr individuell, weswegen bei einem Lipödem eine Flachstrickversorgung zu bevorzugen ist. Je nach Ausmaß bzw. Stadium des Lipödems kommen verschiedene Produkte, wie Strümpfe, Leggings oder Hosen sowie verschiedene Zusätze zum Einsatz.
Kompressionsbekleidung hat keine Nebenwirkungen, Sie sollten aber unbedingt darauf achten, dass sie gut sitzt und keine zusätzlichen Schmerzen, Missempfindungen, Kribbeln oder Taubheit verursacht. Sollte das der Fall sein, wenden Sie sich bitte an unser Fachpersonal oder direkt an Ihren Arzt!
Wichtig ist auch der richtige Umgang mit Ihrer Kompressionsversorgung und dass Sie regelmäßig Anspruch auf eine neue haben, da die Wirkung der Kompressionsstrümpfe bei regelmäßigem Tragen nach einiger Zeit nachlassen kann.
Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Flyer.
10. Wird die Liposuktion von der Krankenkasse übernommen?
Seit dem G-BA-Beschluss vom 17. Juli 2025 kann die Liposuktion bei Lipödem unter bestimmten Voraussetzungen als Kassenleistung in allen Stadien in Betracht kommen. Dazu gehören unter anderem eine gesicherte Diagnose, eine mindestens sechsmonatige konservative Therapie ohne ausreichende Linderung, keine Gewichtszunahme im Vorfeld sowie BMI- und WHtR-Grenzen nach Richtlinie
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nur um allgemeine Fragen und Antworten zum Thema Lipödem handelt und deshalb kein professionelles Beratungsgespräch bzw. Untersuchung durch Ihren Arzt ersetzt! Bei weiteren Fragen zu Ihrer Venengesundheit uvm. ist unser kompetentes Sanitätshaus-Team außerdem gerne für Sie da.