Navigation überspringen Sitemap anzeigen

14. Welt-Kontinenz-Woche

Aktuelles

20.06.2022

Heute startet die alljährliche Welt-Kontinenz-Woche mit vielen Info-Veranstaltungen rund um das Thema Inkontinenz. Die bundesweite Aktionswoche soll über ein Tabuthema aufklären und den Betroffenen Mut machen. Immerhin leiden Millionen von Menschen in Deutschland unter Harn- oder Stuhlinkontinenz – doch die wenigsten sprechen darüber. Das kann negative Folgen für den Alltag und das soziale Leben haben und die Inkontinenzbeschwerden sogar noch verstärken… 

Anlässlich dieser Aktionswoche haben wir für Sie einige der am häufigsten gestellten Fragen mit den entsprechenden Antworten zusammengestellt. Sollten Sie darüber hinaus noch Fragen haben, sprechen Sie uns jederzeit gerne an: Sie erreichen unser Homecare-Team direkt über 02831 / 9332-325 oder per Mail an homecare@kessels.tv

10 häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Inkontinenz

1. Was ist Inkontinenz ?
Als Inkontinenz bezeichnet man die unkontrollierte Ausscheidung von Urin und/oder Stuhl. Harninkontinenz wird auch als Blasenschwäche bezeichnet. 

2. Wer kann Inkontinenz bekommen?
Im Grunde genommen kann jeder inkontinent werden. Insgesamt ist ein Großteil der Betroffenen über 60 Jahre oder älter, doch vor allem Frauen leiden etwas häufiger und auch in jüngeren Jahren darunter.

3. Wie kann ich Inkontinenz bei anderen erkennen und helfen?
Inkontinenz kann dazu führen, dass Betroffene sich selbst immer mehr isolieren und weniger am gesellschaftlichen Leben teilhaben – offen darüber zu sprechen tun die wenigsten.
Sollten Sie z.B. bei einem Angehörigen bemerken, dass …
… die Person nach Urin riecht,
… die Kleidung der Person Flecken aufweist,
… die Person sich zurückzieht und nichts mehr unternehmen möchte,
… die Person weniger trinkt und oft die Kleidung wechselt,
könnten das Anzeichen für eine Blasenschwäche sein.
Versuchen Sie das Thema vorsichtig und diskret anzusprechen und ermutigen Sie die Person dazu, sich von einem Arzt helfen zu lassen. Geben Sie Ihr das Gefühl, dass sie nicht allein ist.

4. Welche Ursachen hat eine Inkontinenz?
Die Gründe für eine Inkontinenz können sehr unterschiedlich sein und es kann jeden treffen, ganz unabhängig von Alter oder Geschlecht. Bei Frauen kann Inkontinenz zum Beispiel nach der Schwangerschaft oder Geburt auftreten, bei Männern nach einer Prostata-Operation. Auch Krankheiten wie MS, Parkinson, Demenz, … oder Bandscheibenvorfälle sowie bösartige Tumore in der Harnröhre, der Harnblase oder dem Unterleib können die Ursache sein – aber auch psychische Belastungen erhöhen möglicherweise das Risiko einer Inkontinenz-Entstehung. Es gibt aber noch viele weitere mögliche Gründe, die mit der Form der Inkontinenz zusammenhängen. 

5. Welche Formen von Kontinenz gibt es?
Zunächst unterscheidet man zwischen zwei Arten von Inkontinenz: Bei einer Harninkontinenz fließt unbeabsichtigt Urin aus der Blase, während sich bei Stuhlinkontinenz der Abgang von flüssigem oder festem Stuhl nicht mehr bewusst zurückhalten lässt.
Inkontinenz lässt sich weiterhin nach seinen Ursachen unterteilen. Die häufigsten Formen sind:
→ Belastungsinkontinenz
→ Dranginkontinenz
→ Mischinkontinenz
→ Überlaufinkontinenz
→ Reflexinkontinenz

6. Lässt sich eine Inkontinenz lindern oder heilen?
Die Therapie der Inkontinenz kann auf verschiedene Arten erfolgen und ist abhängig davon, um welche Form der Erkrankung es sich handelt und wie stark die Ausprägung ist. Die leichteren Formen sind in vielen Fällen sogar heilbar, wenn Sie früh erkannt und behandelt werden. Doch auch bei schwerer Inkontinenz gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten, mit denen Sie Verbesserungen erzielen können.
Grundsätzlich muss die Behandlung individuell an die/den Patientin/Patienten und ihre/seine Lebenssituation angepasst werden. In jedem Fall kann aber Inkontinenzmaterial verwendet werden, um die ärztliche Behandlung zu ergänzen und wieder aktiv und unbeschwert am Leben teilnehmen zu können.

7. Welche Inkontinenzmaterialien gibt es?
Je nach Art und Schwere der Inkontinenz stehen den Betroffenen verschiedene Inkontinenzmaterialien zur Verfügung. Die Produkte sind jeweils speziell für Männer bzw. Frauen angepasst.
Bei den vielen verschiedenen Inkontinenzartikeln unterscheiden wir in erster Linie zwischen aufsaugenden und ableitenden Inkontinenzmaterialien: Aufsaugende Inkontinenzhilfsmittel saugen die Flüssigkeit auf und binden den Geruch in ihrem Gewebe, während ableitende Hilfsmittel die Flüssigkeit aus den Harnwegen direkt in einen Behälter ableiten. 

8. Wo bekomme ich Inkontinenzmaterial?
Bei einer leichten Blasenschwäche erhalten Sie entsprechende Produkte, wie z.B. Einlagen, in Drogeriemärkten, in der Apotheke sowie im Sanitätshaus.
Wenn Sie auf das Inkontinenzmaterial angewiesen sind und ein Rezept vom Arzt haben, erstattet Ihnen Ihre Krankenkasse die Kosten. Informieren Sie sich am besten vorab bei Ihrer Krankenkasse, mit welchen Leistungserbringern sie zusammenarbeitet. Dort können Sie dann Ihr Rezept einreichen und die benötigten Produkte bekommen. 

9. Wer bezahlt das Inkontinenzmaterial?
Wenn man gesetzlich krankenversichert ist, hat man einen Anspruch auf die Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln. Die Krankenkassen zahlen Versicherten medizinisch notwendige Produkte, sofern eine ärztliche Verordnung mit allen benötigten Angaben, z.B. monatlicher Bedarf und voraussichtlicher Behandlungszeitraum, vorliegt. Voraussetzung ist außerdem, dass die ausgewählten Produkte im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind.
Ist der/die Versicherte mindestens 18 Jahre alt und nicht zuzahlungsbefreit, muss er/sie eine gesetzliche Zuzahlung in Höhe von zehn Prozent, maximal aber 10 Euro im Monat übernehmen. Falls sich der/die Betroffene allerdings für ein höherwertiges Produkt entscheidet,  das über den medizinisch notwendigen Bedarf hinausgeht, können Mehrkosten in Form eines Qualitätszuschlages entstehen. 

10. Wie viel Inkontinenzmaterial benötige ich?
Je nach Form, Schwere und Hilfsmittelart ist der tägliche Bedarf sehr unterschiedlich. Gemeinsam mit dem Arzt kann der individuelle Bedarf ermittelt und entsprechend bei der Krankenkasse beantragt werden.
Wie oft das Inkontinenzprodukt pro Tag gewechselt werden muss, ist ebenfalls von den oben genannten Faktoren abhängig. Durch regelmäßiges Wechseln vermeiden Sie insbesondere bei aufsaugenden Inkontinenzprodukten unangenehme Hautreizungen.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nur um allgemeine Fragen und Antworten zum Thema Inkontinenz handelt und deshalb kein professionelles Beratungsgespräch bzw. Untersuchung durch Ihren Arzt ersetzt! Bei weiteren Fragen zu Inkontinenzmaterialien, zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse uvm. ist unser kompetentes Homecare-Team außerdem gerne für Sie da.

Zum Seitenanfang